25 Ich folge
Amalia

Amalia Zeichnerin

I've just published a German steampunk adventure novel and am currently writing a steam fantasy novel. I love to read all kinds of genres, regarding novels and short stories.

 

Ich habe gerade einen Steampunk-Abenteuer-Roman veröffentlicht und schreibe zur Zeit einen Steam-Fantasy-Roman. Ich liebe alle möglichen Genres bei Romanen und Kurzgeschichten.

Gelungener Auftakt einer zweiten Aetherwelt-Trilogie (Steampunk)

Waldesruh: Ein Aetherwelt-Roman (Steampunk) - Anja Bagus

Æther – in Anja Bagus‘ Romanen ist dies eine geheimnisvolle gasförmige Substanz, die in einem parallelen Universum um 1910 erstmals aus Gewässern aufsteigt und jeden und alles verändert, der damit in Berührung kommt.

Menschen verwandeln sich in Tiermenschen oder entwickeln übernatürliche Fähigkeiten, unbelebte Objekte entwickeln ein Eigenleben, „Engel“ und Naturgeister treten in Erscheinung…und selbst Wesen, die man nur aus Märchen kannte, tauchen plötzlich auf, darunter mächtige Drachen.

Und im deutschen Kaiserreich müssen sich die Menschen irgendwie mit diesen „Veränderten“ arrangieren – böse Zungen nennen sie gar „Verdorbene“.
So entsteht das Amt für Ætherangelegenheiten, in dem alle Veränderten registriert werden, doch wird der Æther auch genutzt für den technischen Fortschritt, im Militär, von Erfindern und (verrückten) Wissenschaftlern.

 

Nach der erfolgreichen selbstverlegten Steampunk-Trilogie „Aetherhertz“,“Aetherresonanz“ und „Aethersymphonie“ hat die Autorin mittlerweile eine weitere Trilogie verfasst, die mit anderen Protagonisten in ihrer Aetherwelt spielt, beginnend mit „Waldesruh“ (erschienen in der Edition Roter Drache) und fortgesetzt mit „Glasberg“. Der abschließende Teil „Rheingold“ wird im November 2015 erscheinen.

 

Ich möchte hier – nach einer kurzen Inhaltsangabe – meine Eindrücke von „Waldesruh“ zusammenfassen.

 

In den Tagen um Sylvester 1912: Die adlige Witwe Minerva hat die Nase voll davon, weiterhin Gesellschafterin ihrer Mutter zu sein. Der Unternehmer Falk Bischoff will eine Glashütte kaufen, doch der Glasmachermeister wurde ermordet und seine wertvolle Forschung ist verschwunden. Der schneidige preußische Hauptmann Richard Kirchbronn folgt den unheilvollen Visionen einer Hexe. Seine Mission: einen drohenden Krieg verhindern.

Sie alle logieren im exklusiven Hotel Waldesruh im Schwarzwald, dessen verwöhnte Gäste sich eines luxuriösen Lebens erfreuen. Sie wollen Skilaufen oder im Pferdeschlitten durch die verschneite Landschaft kutschieren und sich abends mit Tanz und Gesellschaftsspielen amüsieren.

Doch auch sie müssen feststellen, dass der Æther rund um den mysteriösen Glasberg vieles verändert hat. Als in der Silvesternacht uralte Mächte erwachen, müssen sich alle entscheiden, auf welcher Seite sie stehen.

Kurzrezension
„Waldesruh“ kann sich bestens messen mit den ersten Ætherweltromanen. Gleich zu Beginn wird deutlich: Die Protagonistin Minerva kennt sich hervorragend aus in einer typischen Männerdomäne: Automobile und Autorennen! Was im Jahr 1912 geradezu skandalös ist… Doch ihr Mann ist vor einiger Zeit ausgerechnet bei einem Autorennen ums Leben gekommen, was sie bis heute noch nicht verwunden hat.

Dann treten gleich zwei Männer in ihr Leben, welche ihr beide ziemlich hartnäckig den Hof machen. An dieser Stelle werde ich natürlich nicht verraten, welcher der beiden das Rennen macht, wenn Sie mir das Wortspiel erlauben.

 

Ein Großteil des Romanes konzentriert sich auf die besondere Anziehungskraft zwischen Minerva und einem dieser beiden Männer, dabei wechselt die Perspektive jeweils szenenweise zwischen ihr und dem Herrn, so dass der Leser gute Einblicke in deren unterschiedliche Gedanken- und Gefühlswelten bekommt.

 

Doch auch der Krimi um den Mord am Glasmachermeister wird spannend erzählt. Einige der Nebenfiguren sprechen dabei in der Mundart Allemannisch, welche im Schwarzwald verbreitet ist. Diese wurde von der Autorin soweit angepasst, dass sie auch von Lesern aus anderen Regionen problemlos verständlich ist.
Im Wald herrscht ein durch Æther verändertes, mächtiges Wesen – eine Naturgewalt, wenn man so will. Ein Berg ist durch magisches Glas lebendig geworden und dann sind da noch die fanatischen religiösen Oministen, welche allen „Verdorbenen“ den Krieg erklärt haben und den Æther als Werk des Teufels betrachten. All das bietet reichlich Stoff für Konflikte.

 

Der preußische Offizier Kirchbronn bringt Minerva zu einer Hexe mit hellsichtigen Träumen, die mit ihren Vorhersagen für das Militär arbeitet. Die Hexe erklärt Minerva, dass sie im Umkreis des Glasbergs eine entscheidende Rolle spielen wird. Minerva hält das zunächst für völligen Humbug, doch dann überstürzen sich die Ereignisse…
Ich habe die Lektüre von Waldesruh sehr genossen, da der Stil sehr lebendig und anschaulich ist. Als Leserin konnte ich mit der Witwe Minerva mitfühlen, die einen schweren Schicksalsschlag verkraften musste und sich dann doch mutig ihrem weiterem Schicksal stellt.

 

Wie bereits in den ersten Ætherweltromanen streift die Autorin übrigens auch hier spirituelle Dimensionen, was ich in dieser tiefgründigen Art in keinem anderen Steampunk-Roman gefunden habe. Ich freue mich schon darauf, die Fortsetzung „Glasberg“ zu lesen.